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Abitur – und dann?

Oftmals herrscht Unsicherheit, welcher Weg nach dem Abitur eingeschlagen werden soll. Möchte ich studieren? Und wenn ja, welche Fachrichtung ist die richtige? Oder sollte ich doch besser erst einmal eine Ausbildung machen? Das sind Fragen, die sich Schülerinnen und Schüler gegen Ende ihrer Schulzeit stellen. Um das Leben der Studierenden besser kennenzulernen, haben wir – wie jedes Jahr im Herbst – den Unterricht der Jahrgangsstufe 12 unseres Wirtschaftsgymnasiums für zwei Tage an die TU Dortmund verlegt. Am 19. und 20. November 2018 konnten sich unsere zukünftigen Abiturientinnen und Abiturienten für zwei Tage als Studierende fühlen und u.a. an einer Reihe von Erstsemester-Vorlesungen teilnehmen. Jana Pahl, Schülerin unserer Jahrgangsstufe 12, erzählt von ihren Eindrücken:

„Der Montag begann zunächst um 9 Uhr mit einer Einführungsveranstaltung. So erhielten wir einen ersten Überblick über die TU Dortmund sowie eine Einführung in das Studienangebot. Außerdem berichtete eine ehemalige Schülerin des Hansa Berufskollegs von ihrem Studienanfang und wie sie das Unileben empfindet. Für viele von uns war dies eine große Hilfe, da man dadurch einige Ängste vor der Uni abbauen und sich das Studieren besser vorstellen konnte.

Auf diese Einführungsveranstaltung folgte die Vorstellung der Fakultät Wirtschaftswissenschaften. Dabei erfuhren wir, dass man sich für die Prüfungen selber anmelden muss, wobei es am Ende des Semesters 2 Prüfungszeiträume gibt. Jede Prüfung kann bis zu zweimal wiederholt werden, allerdings darf man nicht mehr weiterstudieren, wenn man auch bei der dritten Prüfung durchfällt. Außerdem muss man bei einem Studium sogenannte Credits (Leistungspunkte) sammeln. Dabei entspricht ein Credit 30 Stunden. Das heißt, dass man nicht völlig beliebig an Vorlesungen teilnehmen oder eben auch nicht teilnehmen kann, denn wenn man nicht oft genug in Vorlesungen oder Seminaren anwesend war, kommt man nicht auf seine zu erfüllenden Credits.

Nach dieser Vorstellung des WiWi-Studiengangs ging es gemeinsam in die Mensa zum Mittagessen. Für uns alle war dies ziemliches Neuland, denn die Mensa ist riesengroß. Dennoch konnte man sich gut orientieren. Und trotz der vielen Menschen war die Lautstärke gut auszuhalten. Auch über das Essen lässt sich nur Positives sagen. Es gab eine große Auswahl, sodass für jeden etwas dabei war, und auch über die Preise konnte man sich nicht beschweren.

Nach dem Mittagessen ging es dann endlich zu unserer ersten Vorlesung. Hierbei durften wir auswählen zwischen „Einführung in Erziehungswissenschaften und ihre Theoriegeschichte“ und „Mathematik für Wirtschaftswissenschaftler“. Jedoch ist an diesem Tag – wohl wegen der Erkrankung des Dozenten – die Vorlesung für Erziehungswissenschaften ausgefallen. Auch das gehört zum Unileben dazu.

Am Dienstag fing der Tag gleich mit Vorlesungen an. Zuerst bestand die Auswahl zwischen „Buchführung“ und „Grundlagen der Grammatik“. Der Großteil von uns entschied sich, die Vorlesung „Buchführung“ zu besuchen. Schnell fiel auf, dass wir den Studenten hier einen großen Schritt voraus sind, denn es wurde gerade das Thema „Der Zusammenhang von Bilanz und GuV“ behandelt. Dies war uns natürlich sehr vertraut, da wir dieses Thema bereits in unserem BWL-Leistungskurs ausführlich besprochen hatten, sodass es für uns kein Problem darstellte, der Vorlesung zu folgen.

Danach konnten wir uns zwischen „Investition und Finanzierung“, „Grundlagen des Controlling“ und „Deskriptive Verfahren (Statistik)“ entscheiden. Auch in der Vorlesung „Investition und Finanzierung“ fiel es nicht sehr schwer zu folgen, da uns die Begriffe „Eigenkapital“ und „Fremdkapital“ längst bekannt sind. Auch das Vorgehen bei der Gründung eines Unternehmens war für uns nicht neu.

Als dritte und somit letzte Vorlesung standen an diesem Tag gleich vier Möglichkeiten zur Auswahl: „Markt und Wettbewerb“, „Sprache in Schule und Gesellschaft“, „Einführung in die Programmierung mit C++“ und „Geometrie und Sachrechnen in der Primarstufe“. In der Vorlesung „Markt und Wettbewerb“, für die ich mich entschieden hatte, ging es darum, wie man Grenzkosten und Grenzerlöse, Gewinn und Verlust und das Gewinnmaximum berechnet. Auch hier konnten wir wegen unserer schulischen Erfahrungen recht gut folgen.

Darüber hinaus bietet die TU Dortmund viele Möglichkeiten, das individuell passende Studium zu finden. Es werden dazu mehrere Veranstaltungen angeboten, z.B. die Infotage auf dem Campus für Schulklassen oder die Vorlesungen für Studieninteressierte. Außerdem hilft das sogenannte Talentscouting bei der Entscheidungsfindung. Dabei kommen die Talentscouts der TU Dortmund in die Kooperationsschulen und beraten Schülerinnen und Schüler, die sich für ein Studium interessieren. Das Hansa Berufskolleg gehört ebenfalls zu diesen Kooperationsschulen. Die Talentscouts haben vielen von uns in den Gesprächen schon wichtige Tipps gegeben.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass diese beiden Tage an der Uni sehr hilfreich waren, da man sich einen guten Eindruck davon verschaffen konnte, was es bedeutet zu studieren. Aufgefallen ist uns vor allem, dass gerade die Mathematik in so gut wie jedem Studiengang vorkommt. Zum Glück konnten wir wegen unserer schulischen Vorkenntnisse den Inhalten vieler wirtschaftswissenschaftlicher Erstsemestervorlesungen schon ziemlich gut folgen.“