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Getting to know Shanghai – 14-köpfige Delegation des Hansa Berufskollegs Unna reist nach China

Mit großer Spannung reiste eine Gruppe von Auszubildenden mit ihren Lehrern Marion Kadoch, Thomas Holzausen, Daniel Helmke und ihrem Schulleiter Günter Schmidt vom 02.-15.09.2016 nach Shanghai. Dieser Aufenthalt ist ein freiwilliges Modul auf dem Weg zur Erlangung der IHK-zertifizierten Zusatzprüfung zum Asienkaufmann.

 Nach einem elfstündigen Flug im A380 der Lufthansa wurden die Gruppe gleich von den Lehrern und Schülern unserer chinesischer Partnerschule, der Shanghai Economic Management School in Empfang genommen. Es war ein Wiedersehen unter Freunden – bereits im Mai dieses Jahres hatten die chinesischen Schüler und Lehrer unsere Schule für eine Woche besucht.

Der Aufenthalt in Shanghai zeichnete sich durch zahlreiche Highlights aus:

Der Geschäftsführer der Deutschen Auslandshandelskammer, Herr Dr. Angerbauer, wies in einem packenden Fachvortrag auf die wirtschaftlichen Chancen und Risiken deutscher Unternehmen in Shanghai hin. So besteht die größte Hürde darin, qualifizierte Arbeitskräfte zu finden und diese auch langfristig zu halten. In China gehört ein regelmäßiger Arbeitsplatzwechsel nach spätestens zwei Jahren buchstäblich zum guten Ton – durch raffinierte Gegenmaßnahmen, z.B. Bezahlung der Krankenkasse der Eltern des Angestellten oder die zügige Verleihung aller möglicher Titel sollen die Mitarbeiter im Unternehmen gehalten werden. Seit einiger Zeit wurde der Mindestlohn für Arbeiter durch die chinesische Regierung deutlich erhöht – Ziel ist die Stärkung des Konsums der Bevölkerung und damit des Wirtschaftswachstums. Dabei wurden auch umweltpolitische Themen wie die Mülltrennung und die Verbreitung von Solaranlagen von den Auszubildenden angesprochen. Auch war die Tatsache, dass China eine ähnliche Problematik mit einer überalterten Gesellschaft hat, für viele Teilnehmer neu. Die frühere staatlich verordnete Ein-Kind-Politik wurde zwar vor mehreren Jahren aufgehoben, dennoch können sich viele junge chinesische Eltern nur ein Kind leisten, da die Ausbildungskosten hohe Summen verschlingen.

Der Besuch der Shanghai Polytecnic University zeigte sich als Glückstreffer für die Weiterentwicklung unseres Asienprojekts: Der Vizehochschulpräsident Herr Xu Yufa sowie die Vizeleiterin des International Office, Frau Qu Lili, boten unseren Auszubildenden die einmalige Chance an, im Anschluss an ihre Ausbildung ein Praktikum in einem chinesischen Betrieb durchführen oder sogar ein Auslandssemester dort zu studieren.

Um den Auszubildenden auch einen Einblick in die Arbeitsweise ihrer chinesischen Zuliefererbetriebe zu geben, verbrachten diese einen Tag in verschiedenen Unternehmen – dabei stand vor allem der Vergleich der deutschen und chinesischen Berufsbildung im Vordergrund.

Abgerundet wurde das betriebliche Programm durch einen Aufenthalt bei einer chinesischen Zollbehörde, der umfangreich über die gängigen Ein- und Ausfuhrverfahren Aufschluss gab. Hier hörten die deutschen Auszubildenden besonders gut zu, da ihre eigenen Ausbildungsbetriebe, wie z.B. KIK, Fleischhacker oder OTC Pharma tagtäglich mit der Verzollung des Warentausches mit China zu tun haben.

Der Besuch des Generalkonsulats für Kultur und Bildung der Bundesrepublik Deutschland thematisierte sehr gut die interkulturellen Besonderheiten und Vorurteile auf chinesischer und deutscher Seite. Die Aussagen ‚Deutschland als Land der Tugend, in dem viel gearbeitet aber weniger gelacht wird’ versus ‚China als Land der unzähligen Menschen, die jeden Tag Reis essen’ wurden augenzwinkernd von Herrn Dr. Heimes und seiner Mitarbeiterin Frau Kristina Nestl kommentiert.

Doch auch die interkulturellen Fähigkeiten der Teilnehmer wurden auf Herz und Nieren getestet: So verbrachten die Schüler ein Wochenende bei ihren chinesischen Gastfamilien und konnten ihre im Chinesischkurs am Hansa BK erworbenen Sprachkenntnisse anwenden; der Umgang mit Stäbchen wurde selbstverständlich und auch erste Versuche in der Kalligraphie wurden unternommen.