IRLAND: EINE WUNDERVOLLE ERFAHRUNG

Auszubildende zum „Industrie- kaufmann EU“ berichten über ihre Erfahrungen während eines dreimonatigen Auslandsaufent- halts vom 28.08. – 20.11.2014 in Irland

Am 04. Dezember 2014 fand die feierliche Abschlussveranstaltung zum „Industriekaufmann EU“ der diesjährigen Mittelstufe (IN13A) statt. Eingeladen hatte die Firma GEA Farm Technologies aus Bönen, die selbst drei Auszubildenden die Teilnahme an dieser modernen Form des Industriekaufmanns ermöglicht hat.

Zehn auszubildende Industriekaufleute haben für die Dauer von 12 Wochen eine Lernortverlagerung nach Irland absolviert. Statt wie üblich in ihren heimischen Ausbildungsbetrieben ihre Ausbildung zu vervollständigen, haben sie sich der Herausforderung gestellt, in 10 unterschiedlichen irischen Gastbetrieben neue Lerninhalte zu erwerben. Bedingt durch die Wirtschaftsstruktur des Landes sind Unternehmen unterschiedlichster Art gefragt worden, ob sie deutschen Auszubildenden die Chance auf ein Auslandspraktikum einräumen wollen. So waren kommunale und privatwirtschaftliche Betriebe mit sozialem Charakter, Großhandelsbetriebe, IT Firmen und ein großes Motorrad- und Autohaus ebenso dabei wie ein neuen Aufgaben gewidmetes, mittelalterliches Schloss. Überall wurde intensiver Kundenkontakt in der englischen Sprache gepflegt, es konnten Projekte geplant und durchgeführt werden und die gesamte Palette kaufmännischer Tätigkeiten war gefordert.

K800_IMG_5540Der Einladung der Firma GEA Farm Technologies waren neben der Schulleiterin Jutta Zierow und den beiden Projektverantwortlichen Marion Kadoch und Ruth Lenzen nicht nur die diesjährigen Auszubildenden und ihre Ausbilder, sondern auch die nächstjährigen Teilnehmer sowie weitere interessierte Ausbildungsbetriebe gefolgt. Extra aus Irland angereist war die Mitinhaberin der Praktikumsagentur Green Horizon, die ihren Schützlingen persönlich zu dem gelungenen Auslandsaufenthalt gratulieren wollte.

Der „Industriekaufmann EU“ ist eine einmalige Gelegenheit für junge Auszubildende, umfangreiche berufliche, persönliche und interkulturelle Kompetenzen zu erlangen. Vor allem der Erwerb intensiver berufsspezifischer Englischkenntnisse und europaweit anerkannter Zertifikate ist eine Besonderheit. Herausragendes Merkmal des „Industriekaufmanns EU“ ist der 12 Wochen dauernde Auslandsaufenthalt, der komplett vom Hansa Berufskolleg organisiert, vorbereitet und begleitet wird. Dadurch erhalten die Auszubildenden eine sehr gute berufliche Perspektive in einer zunehmend globalisierten Welt. „Deswegen ist das Irland-Projekt unser Premiumprojekt“, sagt Marion Kadoch, Leiterin für internationale Projekte am Hansa Berufskolleg. Nachdrücklich unterstützt wird sie von Andreas Franken, Vice President Human Resources/Legal Affairs, dem Hausherrn der Veranstaltung, der seine Auszubildenden für die Teilnahme bewusst freigestellt hat: „Im kaufmännischen Bereich wird 50 bis 80% in englischer Sprache gesprochen. Und es ist wichtig, dass die jungen Leute über den Tellerrand hinausschauen. Oft werde ich von den Auszubildenden gefragt, was sie im Ausland später einmal verdienen werden. Und ich gebe ihnen dann mit auf den Weg, dass sie eine unbezahlbare Erfahrung machen: Lebenserfahrung. Lebenserfahrung ist die Bezahlung. Die jungen Menschen finden eine eigene Linie. Damit sind sie auch für uns als Unternehmen sehr interessant. Und wir haben Mitarbeiter, die selbstsicherer sind als andere, sich in der englischen Sprache frei bewegen und keine Scheu vor unbekannten Kulturen und Gewohnheiten anderen Nationen haben. Bei einem globalen Konzern ist das sehr wichtig.“

Das Hansa Berufskolleg sieht seinen Ausbildungsauftrag darin, die Auszubildenden in der zu vermittelnden Theorie so zu fördern, dass sie zu guten Mitarbeitern werden, die auch in der englischen Sprache problemlos operieren können. Deswegen wird der Auslandsaufenthalt nach der Ankunft in Irland mit einem englischen Sprachkurs begonnen. „Das hat echt was gebracht. Man konnte sich so prima in das Englische hineinhören und sich dann ganz gezielt auf die Praktikumsphase im irischen Betrieb vorbereiten“, freut sich eine Teilnehmerin. „Das ist unser Ziel“, kommentiert Margaret Greaney von Green Horizons, der irischen Partnerorganisation des Hansa Berufskollegs, und führt weiter aus: „Nicht nur die Vermittlung der Praktikanten in die Ausbildungsbetriebe vor Ort gehört in unseren Aufgabenbereich, sondern auch das Organisieren von Englischkursen in einer anerkannten Sprachschule in Cork. Eine Klasse besteht dabei aus maximal 12 Schülern. Abgeschlossen wird das Ganze mit dem ‚Bulats exam‘ –einem Business English Online Test der Cambridge University. Das macht die Schüler sicherer und bescheinigt ihnen, dass sie ihre Sprachkenntnisse vertieft haben.“ Jeder Teilnehmer erwirbt das Sprachzertifikat auf seinem eigenen Sprachenniveau. Besonders bemerkenswert ist, dass dieses Jahr erstmals einem Teilnehmer das Sprachniveau C2 in Geschäftsenglisch verliehen wurde, das im Spektrum von A1 bis C2 das höchste zu erreichende Niveau ist und dem eines englischen Muttersprachlers entspricht!

Die irische Partnerorganisation kümmert sich aber nicht nur um die Sprachschule und die Unterkunft der Teilnehmer, sondern ebenso um die passenden Gastbetriebe, die – abgeleitet von den betrieblichen Ausbildungsplänen – jeweils individuelle Schwerpunkte für die Auszubildenden festlegen. Dies geschieht auf der Grundlage bisheriger Erfahrungen, die die Auszubildenden in ihren heimischen Ausbildungsbetrieben erworben haben.

Die Schüler stellten in einwandfreiem Englisch ihre Praktikumsplätze vor. Dabei fiel auf, wie spielerisch sie sich in der englischen Sprache ausdrücken konnten. Dieses sprachliche Signal nahmen die Ausbildungsleiter und Firmeninhaber der regionalen Ausbildungsbetriebe freudig auf: Sie erhielten hier direkt eine Bestätigung ihrer Entscheidung, die Auszubildenden zwölf Wochen aus dem eigenen Betrieb herauszunehmen und ihnen einen Auslandsaufenthalt in Irland zu ermöglichen. So hat sich die Vorbereitungszeit auf den Auslandsaufenthalt und der Aufenthalt selbst gelohnt: Der verstärkte Englischunterricht, den die Teilnehmer am Hansa Berufskolleg erhalten, der bilinguale Unterricht im Fach ‚Geschäftsprozesse’ und der Sprachkurs vor Ort führten zu einer unüberhörbaren Sicherheit der Auszubildenden. „Das hat viel geholfen. Als wir dann in die Gastbetriebe gegangen sind, waren uns die ganzen Begriffe nicht fremd. Ich konnte fast alles verstehen und so ohne Probleme mitarbeiten“, äußert ein Teilnehmer. „Überhaupt habe ich auch meine persönlichen Kompetenzen ausgebaut: Ich war – mit Ausnahme der Tage, an denen Frau Lenzen uns vor Ort beim Eingewöhnen geholfen hat, was auch total super war – auf mich allein gestellt. Ich habe jetzt viel mehr Selbstvertrauen und mehr Selbständigkeit.“

Die Abschlussfeier endete mit der Übergabe der Europässe, die die Erfahrungen der Teilnehmer zertifizieren und noch einmal eindrucksvoll belegen, mit welchem Erfolg sie ihre Tätigkeiten in Irland absolviert haben. Diese Zertifikate und die Erfahrungen, die ihnen niemand nehmen kann, werden den Auszubildenden mit Sicherheit ein Türöffner für ihr späteres Berufsleben sein.