Wie haben die Opfer des NS-Terrors vor der Machtübernahme gelebt? Wer waren sie?
Mit diesen Fragen haben sich die Schülerinnen und Schüler der D25A und B intensiv eine Woche lang auseinandergesetzt und die Lebensgeschichten nach Dokumenten aus dem Stadtarchiv rekonstruiert. Damit diese Menschen nicht vergessen werden, haben die SuS nachzuerzählen versucht, was ihr Leben vor ihrer Ermordung ausgemacht hat: Wo sind sie geboren und aufgewachsen? Mit wem und welchen Tätigkeiten haben sie ihre Tage verbracht, was können wir mit dem großen zeitlichen Abstand von mehr als 80 Jahren genau herausfinden, wie haben sie gelebt, wie sind sie gestorben?
Der WDR hat eine App gestaltet, in der diese Menschenleben in kurzen GraphicStories oder Texten von SuS erzählt werden: „Gegen das Vergessen“ (Untertitel der Stolpersteine-App des WDR). Das Nationalsozialistische Terrorregime wollte nämlich nicht nur die Leben auslöschen, sondern auch jede Erinnerung an sie.
Die beiden Klassen D25A u. D25B haben am Anfang im Archiv die Dokumente gesichtet, erklärt bekommen und sich dort ein Schicksal ausgesucht, das sie erzählen möchten. Um die Dokumente aus der Zeit lesen zu können, mussten sie in einem Workshop die zu der Zeit verwendete „Kurrentschrift“ lesen und sogar ein bisschen schreiben lernen. Der dritte Workshop führte die beiden Klassen an die Orte, die im Leben der Menschen eine Rolle spielten, unter anderem an den letzten, von ihnen selbst gewählten Wohnort. Dort sind die Stolpersteine verlegt, die in der App virtuell mit Bildern und Texten verknüpft sind. Auch der jüdische Friedhof mit seiner sehr besonderen Geschichte war eine Station.
In der anschließenden Woche haben die Gruppen die von ihnen gewählte Geschichte erzählt, in einem Text oder in gezeichneten Bildern. Der Unterricht bestand aus intensiver Projektarbeit in kleinen Gruppen, der beeindruckende Ergebnisse erbracht hat. Diese werden jetzt von den begleitenden Lehrer*innen geprüft, im Anschluss vom Stadtarchiv und dem WDR-Schulteam. Danach werden die Geschichten in der App veröffentlicht.
Um sich ein Bild von der menschenverachtenden Ideologie des Nationalsozialismus machen zu können, hat die Gruppe einen Ausflug zur Gedenkstätte Wewelsburg unternommen. Dort ‚begegneten‘ den SuS in einem Filmdokument zwei Überlebende des Konzentrationslagers Niederhagen-Wewelsburg, die eindrücklich von dem Grauen berichteten. Außerdem wurde ihnen vor allem die SS-Geschichte der einzigartigen Dreiecksburg durch einen tollen Guide nähergebracht.
Zum Abschluss der Woche waren alle in der jüdischen Gemeinde Unna eingeladen, um jüdisches Leben heute kennenzulernen. Die Synagoge, die jüdische Religion, die Geschichte der Gemeinde sowie die tolle Bewirtung bildeten einen weiteren Höhepunkt der ungewöhnlichen Schulwoche!
Die Arbeitsergebnisse unserer SuS aus dem letzten Jahr sind hier zu bewundern:



