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Eine Asienkauffrau in Zeiten von Corona

Warnstufe Rot, wohin man schaut: Rund die Hälfte der Welt gilt im Herbst 2020 als Corona-Risikogebiet. Samra Suljic muss daher auf die Reise nach Shanghai und den Besuch asiatischer Gastschüler verzichten – sonst Highlights der Zusatzqualifikation „Asienkauffrau“, an der die 20-Jährige aktuell teilnimmt.

„Natürlich ist es schade, dass die Reise abgesagt wurde“, meint die Auszubildende im Vertriebsinnendienst, „unter den Umständen ist es aber zweifellos die beste Entscheidung.“ Offiziell stuft das zuständige Robert Koch-Institut (RKI) die Republik China zwar nicht als Risiko- gebiet ein. Das liegt aber hauptsächlich daran, dass von dort keine verlässlichen Infektionszahlen gemeldet werden. Da das Coronavirus erstmals in China aufgetreten ist, rät das RKI daher trotzdem von Reisen ins Land ab.

Samra Suljics Begeisterung für die „Zusatzqualifikation Außenhandel für kaufmännische Auszubildende“ des Hansa Berufskollegs Unna ist trotz der Reisebeschränkungen unverändert groß. „Auf den Ablauf der Zusatzqualifikation wirkt sich das kaum aus“, sagt sie. „Der Unterricht findet unter Berücksichtigung der Hygiene- und Abstandsregelungen der Schule ganz normal statt.“
Auf dem Lehrplan stehen zusätzlicher Unterricht und Prüfungen in den Fächern „Außenhandelsprozesse“ und „Wirtschaftsenglisch“ sowie chinesischer Sprachunterricht. Am Ende wartet eine anspruchsvolle Abschlussprüfung der Industrie- und Handelskammer auf die Auszubildenden.
Um die fehlenden Erfahrungen vor Ort und den Austausch mit den Gastschülern zu kompensieren, lernt die Berufsschülerin im Kurs „Außenhandelsprozesse“ viel über die Kultur Chinas. „Da ich selbst einen Migrationshintergrund habe, interessieren mich verschiedene Kulturen und Verhaltensweisen schon lange. Die Disziplin und der Respekt, die in asiatischen Ländern gepflegt werden, faszinieren mich sehr.“

Derzeit bringt lediglich der Sprachkurs im Hansa Berufskolleg Unna ein wenig asiatischen Flair. „Aber auch so bleibt die Zusatzqualifikation für mich eine sehr interessante und einzigartige Chance, Kultur und Sprache kennenzulernen.“

Quelle: WW_Mitarbeitermagazin_Wissenswert_04_2020_Seite17