Mit der interkulturellen Zitronenübung fit für das Ausland

Das Hansa Berufskolleg schickt mit den „Erasmus +“ Fördermitteln jährlich bis zu 45 Auszubildende ins Ausland. Insgesamt stehen sechs Länder zur Auswahl und der Andrang, einen Platz für das erstrebenswerte Auslandspraktikum zu ergattern, ist riesig. „Ich habe im Nachrückverfahren noch einen Platz bekommen und freue mich sehr dabei zu sein“, sagt ein Auszubildender zum Industriekaufmann.

Sechs Lehrkräfte verbrachten das Wochenende vom 21.08 -22.08.2015 mit den 40 Auszubildenden, um ihnen die interkulturellen Gegebenheiten der unterschiedlichen Länder näher zu bringen. „Wir haben das große Glück, dass es Lehrkräfte sind, die einen Bezug zum Ausland, dort studiert oder gelebt haben oder einen Migratonshintergrund mitbringen,“ sagt Lucia Tozzi, Lehrkraft am Hansa Berufskolleg Unna.
Selbstverständlich ist es wohl nicht, seinen Arbeitsplatz für drei Wochen ins Ausland zu verlegen. „Ich gehe mit gemischten Gefühlen ins Ausland. Irgendwie freue ich mich sehr und kann es kaum abwarten, aber ich habe einen großen Respekt vor dieser Herausforderung, sprachlich wie auch kulturell,“ meint eine Auszubildende aus dem Groß- und Außenhandel, die für drei Wochen nach Italien fahren wird. Angefangen hat die interkulturelle Vorbereitung mit einer Zitronenübung.

Zitrone-2Die Schülerinnen und Schüler sollten sich unterschiedliche Merkmale der vorgelegten Zitronen einprägen. Diese wurden dann gemischt und zur Wiedererkennung ausgelegt. Viele konnten die eigene Zitrone anhand bestimmter Merkmale wieder erkennen. Die Auszubildenden sollten mit dieser Übung den Bezug zu den herrschenden Vorurteilen gegenüber anderen Ländern und Sitten herstellen. Danach ging es mit den einzelnen Lehrkräften länderspezifisch in die Gruppenarbeit.
Gepflogenheiten, Verbote und Selbstverständliches wurden herausgestellt, in Rollenspielen verinnerlicht und auf Plakaten zusammengefasst. Die jeweilige Landeskunde wurde erarbeitet, Sehenswertes dokumentiert und Ausflüge wurden geplant.

Zudem bekam jede Gruppe noch ein sprachliches „Fresh-up“. Erol Güvenc, Lehrkraft am Hansa Berufskolleg Unna, erläutert: „Uns ist es klar, dass wir die jeweilige Landessprache in so kurzer Zeit nicht beibringen können, doch mit einigen Sätzen und Floskeln kann das Eis zwischen den Kulturen aufgebrochen werden,“
Nach zwei Tagen intensiver interkultureller Arbeit bleiben den vierzig Auszubildenden noch einige Wochen bis zum Abflug, um das Gelernte zu internalisieren und sich gedanklich auf den Auslandsaufenthalt vorzubereiten.
Grazie a tutti! çok te?ekkürler thank you! dzi?kuj? bardzo! merci beaucoup